Backupkonzept erstellen: Sicherungen und Wiederherstellung planen
7.2.2025 · Inhaltlich überarbeitet am 29.10.2026
Ein brauchbares Backupkonzept verbindet Geschäftsanforderungen, Sicherungsverfahren, geschützte Kopien und einen getesteten Wiederanlauf. Zwei Beispiele zeigen, wie aus allgemeinen Zielen ein konkreter Sicherungsplan wird.
Vom Arbeitsablauf zum Datensicherungsplan
Ein Backupkonzept beginnt bei den Anwendungen und Daten, die Ihr Unternehmen benötigt. Mit den Fachverantwortlichen werden tolerierbarer Datenverlust und Wiederanlaufzeit festgelegt. Die IT leitet daraus ab, was gesichert wird, wie häufig Sicherungspunkte entstehen und in welcher Reihenfolge Systeme wiederhergestellt werden. Auch Konfigurationen von Netzwerkgeräten und die benötigten Zugänge gehören in die Planung.
Beispiel: Anforderungen einer Auftragsanwendung
Für eine Auftragsanwendung wird beispielhaft festgelegt: höchstens vier Stunden Datenverlust und Wiederanlauf innerhalb eines Arbeitstags. Ein ausschließlich nächtliches Backup passt nicht zu diesem gewünschten Datenstand. Benötigt werden häufigere, zur Anwendung passende Sicherungspunkte und ein Verfahren, das Datenbank und zugehörige Dateien konsistent erfasst.
Der Sicherungsplan hält Anwendung, Datenumfang, Verfahren, Zeitplan, Speicherorte, Aufbewahrung und Verantwortliche fest. Für den Wiederanlauf werden Ersatzressourcen, Zugänge und Startreihenfolge beschrieben. Eine Probe zeigt, ob das Ziel mit der vorhandenen Datenmenge erreichbar ist. Die Freigabe erfolgt anhand typischer Arbeitsvorgänge durch den Fachbereich. Das Beispiel ist eine Planungshilfe; die passenden Ziele ergeben sich aus Ihrem eigenen Betrieb.
BSI: Datensicherungskonzept CON.3 · Edition 2023Vollständige Sicherung
Ein Vollbackup umfasst die für den Sicherungsauftrag ausgewählten Daten vollständig. Für die Wiederherstellung einer Anwendung müssen auch ihre Konfiguration und die erforderlichen Abhängigkeiten erfasst sein. Prüfen Sie den Sicherungsumfang und die Anwendungskonsistenz; zusätzlich geschützte Kopien sichern gegen den Verlust des ursprünglichen Speicherorts ab.
Inkrementelle Sicherung
Klassisch werden Änderungen seit dem vorherigen Sicherungsstand gesichert. Das kann den laufenden Sicherungsaufwand reduzieren. Für die Wiederherstellung sind jedoch die benötigten Ausgangsdaten und nachfolgenden Änderungen erforderlich. Moderne Produkte können Sicherungsketten anders verwalten; maßgeblich ist das konkrete Verfahren.
Differenzielle Sicherung
Eine differenzielle Sicherung erfasst im klassischen Modell Änderungen seit dem letzten Vollbackup. Ihr Umfang wächst bis zur nächsten vollständigen Sicherung. Prüfen Sie, welche Kombination für eine Wiederherstellung benötigt wird und wie lange diese mit Ihrem Datenbestand tatsächlich dauert.
Beispiel: Welche Sicherungen werden am Donnerstag benötigt?
Für einen vereinfachten Vergleich der Sicherungsverfahren betrachten wir eine andere Ausgangslage: Am Sonntag entsteht ein Vollbackup, von Montag bis Mittwoch folgt jeweils eine Sicherung. Am Donnerstag fällt das System vor der nächsten Sicherung aus. Wiederhergestellt werden soll der Stand vom Mittwoch.
Bei inkrementeller Sicherung
Benötigt werden das Vollbackup vom Sonntag sowie die aufeinander aufbauenden Sicherungen von Montag, Dienstag und Mittwoch. Jeder Abschnitt der benötigten Kette muss verfügbar und lesbar sein. Eine fehlende Zwischensicherung kann den gewünschten Wiederherstellungsstand unerreichbar machen.
Bei differenzieller Sicherung
Benötigt werden das Vollbackup vom Sonntag und die differenzielle Sicherung vom Mittwoch. Diese enthält die Änderungen seit Sonntag. Das vereinfacht im klassischen Modell die Auswahl der benötigten Sicherungen; dafür wächst der Umfang der täglichen Sicherung bis zum nächsten Vollbackup.
Für die Auswahl zählt anschließend der gemessene Wiederherstellungsablauf Ihrer eingesetzten Lösung. Synthetische Vollbackups und andere produktabhängige Verfahren können die technische Umsetzung verändern. Lassen Sie deshalb eine tatsächliche Wiederherstellung mit den vorgesehenen Sicherungsständen testen.
Vom Sicherungsverfahren zum vollständigen BackupkonzeptSpeicherorte und Zugriffsschutz gesondert planen
Vollständig oder inkrementell beschreibt nicht, wie gut eine Kopie gegen Löschung, Manipulation oder einen Standortausfall geschützt ist. Physische beziehungsweise logische Trennung, begrenzte administrative Zugriffe und geeignete unveränderliche Kopien müssen zusätzlich betrachtet werden. Auch benötigte Schlüssel und Zugangsdaten müssen im Notfall verfügbar sein.
Aufbewahrung und Archivierung unterscheiden
Eine Backuprotation dient der Wiederherstellung benötigter Datenstände. Sie erfüllt nicht automatisch sämtliche Anforderungen an ein steuerliches oder fachliches Archiv. Stimmen Sie Aufbewahrung, Löschung und Langzeitverfügbarkeit mit den zuständigen Fachverantwortlichen ab.
Mit einer Wiederherstellungsprobe entscheiden
Vergleichen Sie Sicherungsdauer, Datenmenge und die tatsächlich erreichbare Wiederherstellungszeit. Der passende Zeitplan ergibt sich aus den Anforderungen Ihrer Anwendungen und der Belastbarkeit Ihrer Infrastruktur. anyWARE unterstützt dabei, Sicherungsverfahren, Aufbewahrung und Restore-Tests zu einem nutzbaren Konzept zu verbinden.
Backup und WiederherstellungPasst Ihr Backup zu Ihren Wiederanlaufzielen?
Wir unterstützen bei Sicherungskonzept, Auswahl und Betrieb – einschließlich der Prüfung, ob sich Ihre geschäftskritischen Anwendungen wie geplant wiederherstellen lassen.
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